Teichmühle SteinwiesenMühlenfesteHistorie, MühlensterbenVerein, Impressum Schneidmühlen, ENGLISH
 





Auch das Mühlenfest 2010 wurde zum vollen Erfolg. Wir bedanken uns an dieser Stelle für Ihren so zahlreichen Besuch. Diese großartige Unterstützung macht uns Mut zum Weitermachen.

Ausführlicher Bericht auf Seite 2 "Mühlenfeste"




Steinwiesen - "Mein Herz schlägt einfach für die Teichmühle. Am liebsten würde ich selbst am Gatter mit stehen und mich am Schneidebetrieb mit beteiligen." Mit diesen Worten unterstrich Landrat Oswald Marr seine Liebe und Verbundenheit zur noch funktionsfähigen und historischen Schneidmühle bei Steinwiesen. Beim traditionellen Jahresabschlusstreffen des Mühlenvereins Rodachtal dankte deshalb Oswald Marr auch in seiner Eigenschaft als Mühlvogt den vielen ehrenamtlichen Helfern für den großen Idealismus und Einsatz für das Kleinod im Frankenwald. In die gleiche Kerbe schlug auch Vorsitzender Michael Kestel, der seine Helferschar in den Gewölbekeller des Gasthofes "Zum Goldenen Anker" zu einem Schneidmülleressen eingeladen hatte.

Bei seinem Rückblick erinnerte Kestel daran, dass der Verein auch heuer wieder erfolgreich Museumsführungen bei der Teichmühle an den Sonntagen von Mai bis Oktober durchgeführt hat. Außerdem sei der Schneidbetrieb gut frequentiert gewesen und die Arbeitsgruppe "Bauunterhalt" sei mehrfach im Einsatz gewesen. Immer zur Stelle sei Mühlenpfleger Frank Röder gewesen. Erfolgreich gestaltete sich das Mühlenfest, bei dem viele Helfer verzeichnet werden konnten. Diesen Personenkreis und auch allen anderen Aktiven lobte der Vorsitzende für ihren vorbildlichen Einsatz. Vorausschauend teilte Michael Kestel mit, dass im kommenden Jahr das Mühlenfest am 4. Juli stattfindet. Geplant ist auch eine Rundfahrt zu verschiedenen Museumsmühlen.

Im weiteren Verlauf erzählte Kestel aus der Geschichte von 1808 bis 1812 über Differenzen zwischen den seinerzeitigen Flößern und Schneidmüllern sowie über die damals verlaufenen Holzverkäufe.

Landrat Oswald Marr bekräftigte, dass der Landkreis froh und stolz sei, dass der Mühlenverein Rodachtal sich sehr intensiv um den Erhalt der Teichmühle kümmert und damit auch das Interesse der Bevölkerung daran weckt. Der Verein habe ein intaktes "Innenleben" und einen harten Kern von Idealisten. "Bitte haltet weiterhin so zusammen!". Dies war der Wunsch des Landrats bei seinen Dankesworten. Bürgermeister Gerhard Wunder dankte dem Verein ebenfalls für den Erhalt des nichtstaatlichen Museums, womit den Menschen volksgeschichtliches Gut näher gebracht werde. Die Redner sprachen die Hoffnung aus, dass die Mitglieder sich auch im kommenden Jahr wieder mit dem gleichen Elan für den Mühlenverein engagieren. 09.12.2009 hf  

 


Veranstaltungen in der Nähe:

www.frankentipps.de 

www.franken-infos.de

www.belocal.de






Über 150 Schneidmühlen gab es einst im Frankenwald. Nur eine Handvoll davon sind übrig geblieben. Nur wenige Meter liegen die Schneidmühlen im Rodachtal nebeneinander. Wir zeigen sie alle auf diesen Seiten.

In anderen Regionen werden die Schneidmühlen auch Sägemühlen genannt.

Die Besichtigung einer noch funktionierenden Schneidmühle ist alleine in der Teichmühle bei Steinwiesen möglich. Sie ist die einzige der einst über 150 Mühlen, die heute noch Betrieb und gleichzeitig nichtstaatliches Museum ist. Die Teichmühle verkörpert gleichsam die gesamte Mühlengeschichte und -technik des Frankenwaldes.




Here is the pond mill driven by water-power since 1607. The Tradtion of the sawmills is 900 years old. Of 154 sawmills only some have been left. The pond mill still working today is business and Musuem at the same time.

More Information in English: Page 5







Im Logo des Naturparks Frankenwald überlagert ein Mühlrad auf stilisiertem Wasserwellen zwei Nadelbäume: Holz, Mühlen, Wasser prägen auch heute noch das Landschaftsbild. Info: www.naturpark-frankenwald.de . Fast alles über den Frankenwald erfahren Sie unter www.frankenwald-tourismus.de .


Das amtliche Wappen des Landkreises Kronach erinnert mit dem Mühlrad über die fast 900 Jahre alte Tradition der Mühlen, die zu ihrer Blütezeit ein Drittel der Landkreisbevölkerung ernährten. Zudem erwarb 1982 der damalige Landrat Dr. Heinz Köhler 10,5 von 12 Anteilen (Schneidtagen) von der unten ausführlich aufgezeigten Teichmühle und rettete diese dadurch vor ihrer Zweckentfremdung. Dadurch wurde der Fortbestand des vorindustriellen Denkmals und Mühlenmuseums erst ermöglicht.                                                                  

Mehr Info über den Landkreis Kronach: www.landkreis-kronach.de . Hinweis: Das Wappen ist gesetzlich geschützt. © Landkreis Kronach














Kleinod Über 500 Jahre alt und noch voll funktionsfähig: die Teichmühle ca. 200 m oberhalb der Marktgemeinde Steinwiesen in Oberfranken. Wo gibt's das sonst noch? Der Mühlenverein Rodachtal sorgt für Besichtigungen und Schauvorführungen. Seit 2003 ist er auch für den Schneidebetrieb zuständig. Ein halbes Jahrtausend kann eine Mühle nur überstehen, wenn Sie ab und zu noch gebraucht wird, wenn Idealisten für sie da sind und wenn viel Herzblut an ihr hängt. Die Teichmühle hat alle Widrigkeiten der Zeiten überstanden und zeugt heute von einem einst nicht wegdenkbaren Wirtschaftszweig im Frankenwald: den Schneidmühlen.


größer geht's nimmerSeltene Meisterleistung. Aus einem 7,80 m langen astreichen und buckligen Fichtenstamm wurden am 8.5.04 ein Firstbalken und verschieden Bretter geschnitten. Voher musste der Stamm mit der Motorsäge bis auf 43 cm abgetragen werden, damit er überhaupt durch den Gatter passte. Millimeterarbeit mit Muskelkraft. Der schwere Stamm wurde mit den bloßen Händen auf Vorspannwagen und Gatter gehoben. Hier und da noch ein paar Korrekturen mit der Motorsäge durch den Könner Berhard Schlee. Dann zeigte die alte Schneidmühle kein Erbarmen und schnitt zuverlässig wie seit vielen, vielen Jahren das gewünschte Baumaterial.



Die Produkte einer Schneidmühle: Bälken, Bohlen, Bretter, Latten, Leisten und noch mehr. So wie es gewünscht und gebraucht wird. Geschnitten mit dem 110 Jahre alten königlich-bayerischen Gatter. Aus dem Baumstamm wird Gebrauchs- oder Bauholz. Das Schnittgut wird gekonnt an der Rampe hinter dem Sägeschuppen gestapelt und später abtransportiert. Im Frankenwald sagt man bei den Mühlen schneiden statt sägen. Kommen Sie zu uns, um mehr über das Mühlenwesen zu erfahren. Schauen Sie den Schneidmüller bei der Arbeit zu. Betrachten Sie sich in aller Ruhe die urige Schneidmüllerswohnung oder das tosende Wasser beim Wehr und dem Mühlrad. Die Teichmühle Steinwiesen hat keine Konkurrenz; sie ist einzig.







LogoLogo unserer Teichmühle bei Steinwiesen, Landkreis Kronach, Oberfranken

Ein Bild spricht mehr als 1000 Worte. Wir haben jetzt über 150 Bilder, Skizzen und Karten auf unseren Seiten. Je nach Internetzugang können sich deshalb die Ladezeiten verlängern. Bleiben Sie hier, es lohnt sich!

Unser          Feedback-Formular   

finden Sie auf der 3. Seite  "Verein" .

Für den Fortbestand der Teichmühle brauchen wir jeden Euro. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir aus Kostengründen unseren Internetauftritt auf fünf Seiten beschränken. Danke!





Rechts im Bild zieht sich von Norden nach Süden die Autobahn A9 von Berlin nach München. Verlassen Sie diese an den Ausfahrten, die nach KRONACH verweisen. STEINWIESEN erreicht man über die Bundesstraße B 173 KRONACH - HOF.  Bei ERLABRÜCK zweigt die Staatsstraße nach STEINWIESEN, NORDHALBEN und BAD STEBEN ab. Fahren Sie nun durch Steinwiesen. Wenige Meter nach dem Ortsende sehen Sie bereits links nach einem  Bahnübergang die Teichmühle direkt an der Straße. Biegen Sie die nächste Straße Richtung NURN bzw. HUBERTUSHÖHE nach links ab. Direkt neben dem Gebäude der Teichmühle gibt es genügend Parkraum für Pkw und selbst für Omnibusse.


BAB A 9 vom Norden kommend: Vom Schleizer Autobahndreieck ist die kürzeste Anfahrt über Saalburg - Lobenstein - Nordhalben - Steinwiesen.

Bahn/Bus: Bahnhof Kronach - Buslinie Kronach Nordhalben - Haltestelle Teichmühle. - Sonntags im Sommer mit dem Radlerbus von Kronach Richtung Bad Steben oder umgekehrt.


Der NahbereichDie letzten Meter zur Teichmühle.





Vom 1. Mai bis Ende Oktober ist an den Sonntagen von 14 - 17 Uhr die Teichmühle für Besichtigungen geöffnet. Sachkundige Führer des Mühlenvereines begleiten Sie durch die Teichmühle, der Schneidmüllerswohnung und die Außenanlagen. So, wie Sie es wünschen.

Eintrittspreise: Erwachsene 1 €, Kinder 50 Cents. Damit sich's jeder leisten kann.

Kurzinformation: 0,50 € Schutzgebühr

Ganzjährig sind für Gruppen ab 5 Erwachsene auch werktags Besichtigungen möglich. Hierzu bitten wir um frühzeitige Voranmeldung.

Ansprechpartner für die Besichtigungen ist Herr Bernhardt Lang im Rathaus Steinwiesen (Erreichbarkeit siehe unten und auf der Seite "Mühlenverein").




Für Besichtigungen außerhalb der Öffnungszeiten (sonntags von 14 - 17 Uhr) bitten wir um Voranmeldung:

Telefon 09262 9915-12, Telefax 09262 9915-25



Postanschrift:

Mühlenverein Rodachtal, Postfach 30, D - 96347 Steinwiesen


oder Feedback-Formular unter Verein (Seite 3). Bitte nicht für kurzfristige Anmeldunge verwenden!






für die AnsichtskarteDie Frontaufnahme der Teichmühle war schon auf vielen Kalendern zu sehen. Im Vordergrund das Mühlholz, dass noch zu schneiden ist. Dieses Bild ist auch unser Logo.


ohne Nägel und SchraubenDas Nadelwehr der Teichmühle staut das Wasser der Rodach und leitet es in den Mühlgraben. Dieser führt zum Mühlrad und von dort aus in die Rodach zurück. Auf unserem Bild ist das Wehr nicht mal zur Hälfte angestaut und wurde inzwischen saniert. Hier ist das alte Wehr zu sehen, dass bis 2002 Bestand hatte. Heute ist das Nadelwehr erneuert (Seite 3).



justiertEtwa einem Meter neben dem Wehr ist ein Schacht, der über ein Rohr mit dem Fluss verbunden ist. Unten im Schacht hat der Eichpfahl seinen Platz. Das Wasser in der Rodach durfte nur so hoch gestaut werden, bis der Bodenring nass wurde. Der Eichpfahl selbst musste immer aus dem Wasser schauen.- Ein wunderbares Beispiel dafür, wie früher ein Wasserentnahme aus einem Fluss geregelt wurde. Heute verwundert es sogar Juristen.  





Es klappert ...Das intakte Mühlrad der Teichmühle. Der mächtige Antrieb durch Wasserkraft, der Jahrhunderte überdauerte. Im Frankenwald überwiegend zum Sägen, aber auch zum Mahlen von Getreide und zur Zerkleinerung von Gesteinen zur Gewinnung von Erzen.


HingabeDer über 100 Jahre alte Sägegatter braucht mehr als eine sorgfältige Wartung und Pflege, um heute noch seine Dienste zu tun. Hier erwischte die Fotografin Bernhardt Lang beim Einölen der Laufschienen. Der hat sich ganz auf seine Arbeit konzentriert. Das ist es: Die fast liebevolle Zuwendung zum Alten.



VergangenheitDer Vorgänger des Vollätters war der Altdeutsche Gatter. In einem wuchtigen Holzrahmen waren zuerst eine, später höchstens drei Sägen eingespannt. Der Vorteil: Mit diesem Gatter konnten Stämme bis 1,30 m Durchmesser geschnitten werden. Der Nachteil: Es waren bis zu doppelt so viel Arbeitsgänge für einem Balken oder Brett nötig. Diese Modell eines Altdeutschen Gatters steht im Flößermuseum Marktrodach.



so hoch!Ein Ausschnitt von der rückwärtige Ansicht der Teichmühle. Im Keller des Wohnhauses war früher ein Stall und eine Vorratskammer für die Tiere. Heute ist dort ein WC eingebaut. Früher tat's das Plumpsklo.- Durch das Tor unten rechts kommt man zu den Sägespänen und dem Antriebsraum.


alte Technik erlebenDas "Herz" der Teichmühle. Mehr davon zeigen wir nicht. Wenn Sie diesem den Puls fühlen wolllen, unsere Türen stehen offen!  


gewaltigHolz vor der Hütte oder Holz hinter der Schneidmühle? Hier wurden in der über 500 Jahre alten Mühle Bretter geschnitten (nicht gesägt!).



FeinheitenDie Liebe geht bis ins Detail. Auch bei unserer Teichmühle.


Oberhalb von Steinwiesen sind an der Rodach die Mittlere Mühle, die Teichmühle, die Obere Mühle, die Schwarzmühle, die Klingersmühle, die Kochsmühle und die Löfflersmühle. Von den letzten drei genannten Mühlen erinnert wenig an deren Vergangenheit. Die Angermühle gleich am Ortsrand drohte einzustürzen und musste abgerissen werden. Mehr zu diesen Mühlen auf unserer 2. und letzten Seite.



Weiterführender Link zu Mühlen aller Art, Mühlenkunde, Mühlensuche:


http://www.deutsche-muehlen.de/start.htm



01.02.2005Die Rodach, ein Gewässer II. Ordnung, hier zwischen dem Wehr und dem Holzlagerplatz, lieferte den Mühlen und den Flößern das nötige Wasser. Im Sommer betrug der Abfluss lediglich Abfluss um 0,25 m³/sec. Der mittlere Jahresabfluss liegt bei 1,52 m³/sec. Bei den letzten Hochwassern bewegte sich der Abfluss zwischen 24 und 41 m³/sec.  Das Mühlrad braucht zur vollen Leistung aber 1 m³/sec! Dies mag erklären, warum die Teichmühle nur 12 Schneidtage hat. Im Sommer konnte nur solange geschnitten werden, bis das im Mühlgraben angestaute Wasser verbraucht war. Deshalb musste zum Schneiden eines Bloches oft mehrmals angestaut werden. Eine mühselige und zeitaufwendige Arbeit. Und die Sägen durften sich keinesfalls im Holz festfressen. Das bedeutete, rechtzeitig vor dem letzten m³ auf Leerlauf zu schalten. Irgendwie kompliziert? Nein, das klappte über Jahrhunderte!


Mehr zum Gewässer:

http://www.hnd.bayern.de/

Link oberer Main auswählen oder den Fluss Rodach anklicken (nordöstlich von Kronach). Nähe Teichmühle: die Pegel Rieblich und Erlabrück. Einfach den Pegel anklicken und Sie sehen alle aktuellen und historischen Daten.         

Auch die Legende am linken Rand des geöffneten Fenster zeigt viel Interessantes zur Gewässerkunde.





Die Mühlen gehörten immer einem Mühlverband, einer sogenannten Interessentengemeinschaft und hatten früher viele Eigentümer. 30-40 Interessenten waren keine Ausnahme. Die Teichmühle Steinwiesen hat 12 Schneidtage (Anteile). Davon gehören heute dem Landkreis Kronach 10 1/2 Schneidtage und dem Markt Steinwiesen 1 Schneidtag. 1/2 Schneidtag ist in Privatbesitz. Durch den Umstand, dass der Grossteil der Teichmühle in öffentlicher Hand ist, konnte die Mühle mehrmals vom Verfall gerettet werden. Mühlvogt ist der Kronacher Landrat Oswald Marr. Er wird von den Interessenten gewählt, stellt den Schneidmüller ein und legt die Reihenfolge des Schneidens fest. Möchten Sie nicht vor Ort von diesen komplizierten Verhältnissen näheres hören? Wie bekam man die beteilgten Waldbauern unter einen Hut? Wie erkannte der Schneidmüller, wem welches Holz gehörte? Was war ein Schneidtag wert? Warum gab es mehr Interessenten als Schneidtage? Neugierig geworden?





Vor Erfindung der Dampfmaschine und des Dieselmotors gab es im Frankenwald über 150 Schneidmühlen, ca. 30 Mahlmühlen und über 10 Hammermühlen zum Zerkleinernen des erzhaltigen Gesteines.

Wenn man 150 Schneidmühlen jeweils nur 10 Schneidtage zurechnet, so hatten mindestens 1500 Interessenten, die sich meist aus Waldbauern zusammensetzten, ihr Einkommen. Dazu kommen noch mehr als 150 angestellte Schneidmüller, die ihren Lebensunterhalt verdienten. Dies sind 1650 Personen. Rechnet man diesen nur eine fünfköpfige Familie zu - früher waren auch 8 - 12 Kinder keine Seltenheit -, so ergeben sich selbst bei geringem Ansatz über 10.000 Personen, die von den Schneidmühlen ernährt wurden. Das waren zweitweise ein Drittel der Landkreisbevölkerung.

Dieses Zahlbeispiel mag nur erahnen lassen, wie wichtig und bedeutend der Wirtschaftszweig Schneidmühlen jahrhundertelang für den Frankenwald war.





Im Frankenwald gibt es keine 10 Schneidmühlen mehr, die mit Wasserkraft arbeiten können. Nach der Erfindung von Antriebsmaschinen nahm die Zahl der Schneidmühlen rapide ab. Aus vielen sind Sägewerke geworden. Der Großteil aber war nicht mehr rentabel. Der Schneidebetrieb musste aufgegeben werden, die Schneidmühlen starben. Die wenigen verbliebene Mühlen liegen heute im Siechtum (Seite 2).

Auch die Teichmühle war bereits mehrmals stillgelegt worden. Als 1982 der Landkreis Kronach und die Marktgemeinde Steinwiesen die Teichmühle erwarben, retteten sie diese vor einer Zweckentfremdung.

Jahrelang war die Mühle an Schneidmüller verpachtet, die im Lohnschnitt tätig waren. Seit 2003 hat der Mühlenverein Rodachtal e.V. die Teichmühle gepachtet. Der Verein führt in geringem Umfang den Schneidebetrieb fort, macht kleinere Instandsetzungsarbeiten und vor allem durch eingewiesene Mühlenführer die Mühlenanlage für die Öffentlichkeit zugänglich.

   

gut so, Herr Mühlvogt!Der Mühlvogt Landrat Oswald Marr überzeugt sich von der Funktionsfähigkeit der Teichmühle. Ein Eichenstamm wird fürs Gatter zurechtgemacht. Ein Landrat in Arbeitskluft plagt sich einen Schneidtag lang ab? Ja, das gibt's bei uns noch, die Bilder sind nicht gestellt. Durch seinen persönlichen Einsatz zeigt der Mühlvogt, dass ihm das Erhalten funktionierender Schneidmühlen am Herzen liegt. Im Hintergrund der für die Teichmühle verantwortliche Schneidmüller Ing. Maurer-Mstr. Bernhard Schlee.





Idendität der HeimatEin unterschlächtiges Wasserrad braucht viel Wasser und eine hohe Fließgeschwindigkeit des Mühlbaches. Das Mühlrad der Teichmühle (links) hatte eine maximale Antriebskraft von 6 PS. Seit den 30er Jahren sind mit gekrümmten Schaufeln (Zuppingerrad) sogar 7 PS möglich. Lachhaft? Nein. Vor Erfindung der Dampfmaschine waren 6 PS jede  Menge Power. Die Kraft wird im "Herz der Mühle" über eine Hauptwelle mit einer Transmission (Was war denn das?) auf das Vollgatter, dem Kettenzug, der Kreissäge und der Schleifscheibe übertragen. In wasserarmer Zeit kann heute ein Elektromotor aus dem VEB Wernigerode zugeschaltet werden. - Deutlich ist im Gegenlicht die Wolke aus Wassernebel zu erkennen, die sich bei den schnellen Umdrehungen bildet, die zum Sägen notwendig sind. Möchten Sie auch nicht einmal vor diesem sich drehenden Mühlrad stehen? In den Wassernebel eintauchen oder ein paar Tropfen abbekommen? Haben Sie je das "Klappern der Mühle" live aus allernächster Nähe erlebt? Hier ist es. Nicht nur zu sehen und zu hören, sondern auch fühlbar und damit zeitlebens unvergesslich.



Weiterführender Link zu Wasserrädern:


http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserrad





Haben Sie je schon einen  Gatter beim Sägen gesehen oder gehört? Kennen Sie den Geruch frisch geschnittenen Holzes? Was geschieht heute mit den Sägespänen? Wie unterscheiden sich  "altdeutscher Gatter" und Vollgatter? Wieviel Leute werden eigentlich zum Schneiden benötigt?


kein FederlesenDer Stamm wird vor dem Gatter ausgerichtet, damit er nicht schräg geschnitten wird und dadurch zu viel  Abfallholz (Keile) produziert wird. Hier wird der Mühlvogt LR Oswald Marr von Werner Badum unterstützt. Ein scharfes Augenmaß ist notwendig. Und natürlich Körperkraft wie auch Fingerspitzen-gefühl. Beides unter einem Hut? Klar!


glatter SchnittSo kommt dann das gesägte Holz aus dem Gatter. Hier sind es dicke Eichenbohlen und -bretter. Wieso können beide gleichzeitig und in verschiedenen Stärken geschnitten werden?


Fertiges EichenbrettSchließlich wird das Brett mit einer Kreissäge gesäumt bzw. auf seine vorgesehene Breite gebracht. Auch die Kreissäge kann wie die übrigen Antriebsmaschinen mit Wasserkraft angetrieben werden. Wie erreichte man die hohe Umdrehungszahl des Sägeblattes? Konnte gleichzeitig andere Maschinen laufen?





Die Interessenten erhalten jährlich eine bestimmte Menge Rundholz vom Staat, das sogenannte Mühl- oder Konzessionsholz. Die Forstämter liefern das Mühlholz an den Mühlvogt zum jeweiligen Taxpreis, d.h. zum durchschnittlichen Versteigerungspreis des jeweils letzten Jahres. Dadurch soll auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten der Schneidbetrieb aufrecht erhalten und der Unterhalt des Stauwehres, das zur Mühle gehört, sichergestellt werden. Mengenmäßig erfolgte die Holzzuweisung an die Mühlen je nach Anzahl der Schneidtage. Voraussetzung ist ein intaktes Wasserrad. Auch darf die Schneidmühle nicht über eine längere Zeit ruhen oder stillgelegt sein. Ferner müssen mindestens zwei Anteilseigner an einer Mühle beteiligt sein. - Rechte aus dem Mittelalter, die sich bis heute bewährt und deshalb Bestand haben. Wie lange hält heute ein Gesetz bis zu seiner ersten Änderung?

 




Die Wohnverhältnisse des Schneidmüllers waren, wie die Teichmühle zeigt, sehr bescheiden. Eine Küche, die gleichzeitig als Stube diente, ist der größte und einzig beheizbare Raum. Dahinter liegt eine kleine Schlafkammer für die Eltern und das Kleinkind. Von hier aus geht es über eine "Hühnerleiter" auf den Dachboden, dessen zwei winzige Kammern durch Holzverschläge vom Vorraum getrennt sind. In jedem Bett schliefen zwei oder drei Kinder. Mancherorts lagen die Kinder (früher waren es ja acht und mehr) sogar auf einem Strohsack auf dem Boden direkt unter den nicht verschalten Ziegeln, und es geschah nicht selten, dass im Winter am Morgen Schnee auf der Bettdecke lag. Das Wohnhaus war bis 1964 an eine Familie vermietet.

Von der Schlafkammer der Eltern gelangte man in den Keller, der auch von außen zugänglich ist. Hier ist heute ein WC untergebracht. Früher ging man  ins Freie oder ins "Plumsklo". Eine Wasserleitung oder gar ein Badezimmer gab es nicht. Hinter dem Vorraum im Keller liegt der ehemalige Stall, in dem Hühner und eine Ziege oder ein Schwein gehalten wurden. In kalten Wintertagen sollen die Hühner auf dem Trockengestell in der Küche Platz gehabt haben. Im Raum neben dem Stall lagerten die Kartoffeln, die die Frau als Lohn für lange Taglöhnerarbeit bei Bauern mit nach Hause brachte, da die Mühle nicht über eigene Äcker und Wiesen verfügte.

Ein Leben nahe der Armutsgrenze. Aber die Schneidmüllerfamilien kamen bestens damit zurecht und waren zufriedene Zeitgenossen. Heute unvollstellbar. Schlichthin ein Musterbeispiel dafür, das Geld allein nicht glücklich macht.





mächtige ZeitzeugenAus einer von ehemals vielen Schneidmühlen an Rodach, Kronach und Haßlach und deren Nebenflüsse vor dem Ruin gerettet und heute auf dem Gelände der Teichmühle: ein Wellenbaum aus Eiche mit Kammrad und ein Kammrad aus Tanne, also aus heimischen Holz, dem ursprünglichen Baumaterial. Natur pur. Ein Werk geschickter Hände. Selbst die Zähne in den Räderrahmen sind aus Hartholz geschnitzt und stets auswechselbar. Heute noch. Ein Kunstwerk der Vergangenheit. Wuchtig und filigran zugleich. Anfassen erlaubt!


aufwendig konstruiertVon nahe gesehen kann man nur erahnen, wieviel Arbeit und Mühe es früher gekostet haben muss, solche Antriebsräder herzustellen, die dann zentimetergenau ineinander greifen. Viele ältere Besucher sind nachdenklich vor diesen  Rädern stehen geblieben und haben das Rad der Zeit zurückgedreht. Ja, auch wir stolz auf unserer Vorfahren.





PiepmätzeTrotz technischer Neuerungen scheint in der Teichmühle die Zeit stehen geblieben zu sein. So baut jedes Jahr neben den Blumenkästen auf den Fenstern ein Pärchen Gebirgsstelzen unbeeindruckt vom Schneidebetrieb und den vielen Besuchern seine Eier aus. Im Jubiläumsjahr 2007 blickten gleich fünf junge Gebirgsstelzen aus dem Nest neugierig in die Kamera. Natur pur aus nächster Nähe. Zeit zum Innehalten. Nicht bei der Brut, sondern in der wunderbaren Natur rund um der alten Teichmühle.






Frankenwald im MaiUnberührte Natur und ein angenehmes Reizklima: der Frankenwald, hier oberhalb des Leitschtales.





Der staatlich anerkannten Fremdenverkehrsort Steinwiesen (350-620 m NN) bietet noch das Heimatmuseum und das Informationszentrum über die Fauna und Flora im Naturpark Frankenwald.  250 km markierte Wanderwege, Frei- und Erlebnisbad mit Sauna, Waldlehr- u. Waldkinderspielplatz, Trimm-Dich- und Erlebnis-Pfad Wald-Wasser-Mühlen, Radwegenetz, Waldgrillplatz, Mountainbiking, DSV Nordic-Walking-Center, Jugendzeltplätze, Kutschfahrten u.v.m. hat dieser Fremdenverkehrsort ( www.steinwiesen.de ) mit ca. 70.000 Übernachtungen, den meisten im Frankenwald, zu bieten. Garanten dafür sind das Aparthotel Frankenwald, die Gasthöfe, Pensionen, Ferienwohnungen und Bauernhöfe.

Nur 5 km entfernt ist die Ködeltalsperre mit einem 10,8 km langem herrlichen ebenen Rundwanderweg, ideal auch für Inline-Skater und Radfahrer. Dann ist noch nur 8 km nah der 33 m hohe Aussichtssturm bei Birnbaum, der einen herrlichen Rundblick vom Fichtelgebirge zum Obermain, dem oberen Frankenwald bis weit in den Thüringer Wald bietet. Eben Natur pur.

In Steinwiesen werden Frankenwaldrundfahrten und Ausflüge zu den Nahzielen angeboten: Dies sind z.B. die Kreisstadt Kronach mit ihren mittelalterlichen Bausubstanz und der unbezwungenen Festung Rosenberg, der bekannteste fränkische Wallfahrtsort Vierzehnheiligen, die Wagnerstadt Bayreuth, die Fränkische Schweiz, die Residenzstadt und Veste Coburg, Deutsch-Deutsches Museum in Mödlareuth, Karlsbad mit Marienbad und Eger (Cheb) in Tschechien und andere mehr.

Übrigens: In einer am 07.09.2009 veröffentlichen Studie des ADAC war Steinwiesen bundesweit unter 36 Urlaubsregionen, die sich besonders für den Wander- oder Herbsturlaub eignen, der Ort mit den niedrigsten Urlaubsnebenkosten.


Auskunft:

Tourismusverband Oberes Rodachtal, Tourismushaus, Kronacher Str. 75, 96349 Steinwiesen,

Tel/Fax 09262 1538, E-Mail: info@oberes-rodachtal.de

www.oberes-rodachtal.de





Immer mehr Besucher besichtigen vormittags die Teichmühle, drehen vor- oder hinterher eine Runde um die Ködeltalsperre und unternehmen nachmittgas eine Floßfahrt in Wallenfels.

Im engen Zusammenhang mit der Teichmühle steht das Flößermuseum in Marktrodach.

In Wallenfels werden im Sommerhalbjahr spritzige Floßfahrten angeboten.

In Nordhalben hat ein internationales Klöppelmuseum seine Türen offen.

So haben auch unsere Nachbarorte (www.rodachtal-frankenwald.de ) ihre Anziehungspunkte.  Das einzige Besucherbergwerk im Naturpark Frankenwald ist in Lichtenberg und nur 25 km entfernt (www.friedrich-wilhelm-stollen.de).  Oder lassen Sie sich entlang einem Teilstück der Zonengrenze, dem jetzigen "Grünen Band Deutschlands" mit dem Unimog fahren ( www.grenzfahrten.de ). Attraktionen, die so selten sind wie die Teichmühle. Ein Besuch bei uns bleibt unvergesslich. Versprochen.



© Mühlenverein Rodachtal e.V.


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