Teichmühle SteinwiesenMühlenfesteHistorie, MühlensterbenVerein, Impressum Schneidmühlen, ENGLISH
 



Die Führungen durch die über 500 Jahre alte Teichmühle bei Steinwiesen, die heute noch in Betrieb und zugleich ein nichtstaatliches Museum ist, werden am 1. Mai 2012 wieder aufgenommen.

Wir nutzen in der Schneidmühle (Sägemühle) die Winterpause für Instandsetzungsarbeiten im technischen und musealen Bereich.

Ihr Mühlenverein Rodachtal e.V.





Haltestelle für die Rodachtalbahn?


Steinwiesen – Ab dem Sonntag, 1. Mai, beginnen wieder die Führungen bei der Museums-Teichmühle, die sich kurz nach dem Ortsausgang von Steinwiesen in Richtung Nordhalben befindet. Bis Ende Oktober können sich dann jeweils an den Sonntagen Besucher in der Zeit von 14 bis 17 Uhr von diesem vorindustriellen Denkmal ein Bild machen und in die Heimatgeschichte eintauchen.

Im Rahmen der in der Flößerstube des Aparthotels stattgefundenen Jahreshauptversammlung des Mühlenvereins Rodachtal, der sich zur Aufgabe gemacht hat dieses Kleinod mit Leben zu erfüllen, dankte Vorsitzender Michael Kestel den acht Museumsführern. Diese hätten im Vorjahr mit viel Herzblut ihre Aufgabe erledigt. An 35 Einsatztagen konnten sie knapp über 400 Interessierte begrüßen. Nicht mehr mit von der Partie wird aus Altersgründen heuer allerdings Hans Müller-Zeiner aus Wallenfels sein. Der Vorsitzende dankte ihm für sein 18-jähriges Wirken und übergab das Buch „Der ganze Main war hölzern.“ Als neue Museumsführer wurden Bruno Beierlorzer, Zweiter Bürgermeister von Steinwiesen, und Werner Hannig, Forstdirektor i. R., aufgenommen. Viel Lob gab es für das Sägeteam Bernhardt Schlee und Bernhardt Lang, dem Werner Badum und Nachwuchsmann Felix Neder helfend zur Seite stand. Dieses Quartett sorgte für einen geregelten Schneidbetrieb.  

 Mit Interesse wurden die Ausführungen des Vorsitzenden hinsichtlich eines eventuellen Halts der Rodachtalbahn in unmittelbarer Nähe der Teichmühle aufgenommen. Kestel meinte, dass ein derartiger Stopp zum Aus- und Einsteigen von Interessierten sowohl für den Mühlenverein als auch den Eisenbahnfreunden von Vorteil wäre. Wie die Diskussion ergab, hinge die Verwirklichung einer derartigen Haltestelle von vielen Faktoren ab. Allein schon die Kosten, die noch nicht ermittelt wurden, könnten zu einem großen Problem werden. Nachdem bereits Gespräche stattgefunden hatten, sollen diese auch weiter intensiviert werden. Dies bestätigte in einem Gespräch mit unserer Zeitung auch der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde, Ralf Ellinger. Von ihm war zu erfahren, dass derzeit eine Prüfung durch eine Firma stattfinde, die die Sache als ein Modellprojekt verwirklichen möchte. Es werde dabei versucht die Kosten tragbar zu gestalten, beziehungsweise Fördermittel in Betracht zu ziehen. „Technisch wäre die Haltestelle sicherlich machbar, aber ohne noch vorliegendes Zahlenmaterial könne man einfach nichts sagen“, so Ellinger. Jedenfalls werde das Anliegen des Mühlenvereins weiter verfolgt und bereits im Monat Mai soll eine nächste gemeinsame Besprechung wegen der weiteren Vorgehensweise und entsprechender Planungen stattfinden.
 

2. Vorsitzender Bernhardt Lang informierte über die Lohnschnittarbeiten, Kassier Joachim Deuerling zeigte die Einnahmen und Ausgaben, Hans Ströhlein bestätigte die korrekte Buchführung und keine Einwände gab es wegen einer vorzunehmenden Satzungsergänzung.

Festgelegt wurde, dass künftig das traditionelle Mühlenfest am ersten Sonntag im Juli stattfinde. Dies bedeute, dass dies heuer am 3. Juli sein werde. Im nächsten Jahr soll in größerem Rahmen das 25-jährige Vereinsbestehen gefeiert werden.

2. Bürgermeister Bruno Beierlorzer dankte dem Mühlenverein für das an den Tag gelegte Engagement. Altes Handwerk und Gewerbe am Leben zu erhalten und der Nachwelt zur Kenntnis zu bringen, diese verstehe der Mühlenverein zu meistern. hf


Haltestelle Rodachtalbahn?Der Vorsitzende des Mühlenvereins Rodachtal, Michael Kestel, hat den Wunsch, dass sich in der Nähe der Teichmühle eine Haltestelle der Rodachtalbahn verwirklichen lässt. Der Weg zur Museumsmühle würde nur rund 50 Meter lang sein. Gespräche wurden bereits geführt und werden noch geführt. Ob sich das Projekt allerdings verwirklichen lässt, dies ist noch unklar. Foto: Hans Franz




Veranstaltungen in der Nähe:

www.frankentipps.de 

www.franken-infos.de

www.belocal.de






Über 150 Schneidmühlen gab es einst im Frankenwald. Nur eine Handvoll davon sind übrig geblieben. Nur wenige Meter liegen die Schneidmühlen im Rodachtal nebeneinander. Wir zeigen sie alle auf diesen Seiten.

In anderen Regionen werden die Schneidmühlen auch Sägemühlen genannt.

Die Besichtigung einer noch funktionierenden Schneidmühle ist alleine in der Teichmühle bei Steinwiesen möglich. Sie ist die einzige der einst über 150 Mühlen, die heute noch Betrieb und gleichzeitig nichtstaatliches Museum ist. Die Teichmühle verkörpert gleichsam die gesamte Mühlengeschichte und -technik des Frankenwaldes.




Here is the pond mill driven by water-power since 1607. The Tradtion of the sawmills is 900 years old. Of 154 sawmills only some have been left. The pond mill still working today is business and Musuem at the same time.

More Information in English: Page 5







Im Logo des Naturparks Frankenwald überlagert ein Mühlrad auf stilisiertem Wasserwellen zwei Nadelbäume: Holz, Mühlen, Wasser prägen auch heute noch das Landschaftsbild. Info: www.naturpark-frankenwald.de . Fast alles über den Frankenwald erfahren Sie unter www.frankenwald-tourismus.de .


Das amtliche Wappen des Landkreises Kronach erinnert mit dem Mühlrad über die fast 900 Jahre alte Tradition der Mühlen, die zu ihrer Blütezeit ein Drittel der Landkreisbevölkerung ernährten. Zudem erwarb 1982 der damalige Landrat Dr. Heinz Köhler 10,5 von 12 Anteilen (Schneidtagen) von der unten ausführlich aufgezeigten Teichmühle und rettete diese dadurch vor ihrer Zweckentfremdung. Dadurch wurde der Fortbestand des vorindustriellen Denkmals und Mühlenmuseums erst ermöglicht.                                                                  

Mehr Info über den Landkreis Kronach: www.landkreis-kronach.de . Hinweis: Das Wappen ist gesetzlich geschützt. © Landkreis Kronach














Kleinod Über 500 Jahre alt und noch voll funktionsfähig: die Teichmühle ca. 200 m oberhalb der Marktgemeinde Steinwiesen in Oberfranken. Wo gibt's das sonst noch? Der Mühlenverein Rodachtal sorgt für Besichtigungen und Schauvorführungen. Seit 2003 ist er auch für den Schneidebetrieb zuständig. Ein halbes Jahrtausend kann eine Mühle nur überstehen, wenn Sie ab und zu noch gebraucht wird, wenn Idealisten für sie da sind und wenn viel Herzblut an ihr hängt. Die Teichmühle hat alle Widrigkeiten der Zeiten überstanden und zeugt heute von einem einst nicht wegdenkbaren Wirtschaftszweig im Frankenwald: den Schneidmühlen.


größer geht's nimmerSeltene Meisterleistung. Aus einem 7,80 m langen astreichen und buckligen Fichtenstamm wurden am 8.5.04 ein Firstbalken und verschieden Bretter geschnitten. Voher musste der Stamm mit der Motorsäge bis auf 43 cm abgetragen werden, damit er überhaupt durch den Gatter passte. Millimeterarbeit mit Muskelkraft. Der schwere Stamm wurde mit den bloßen Händen auf Vorspannwagen und Gatter gehoben. Hier und da noch ein paar Korrekturen mit der Motorsäge durch den Könner Berhard Schlee. Dann zeigte die alte Schneidmühle kein Erbarmen und schnitt zuverlässig wie seit vielen, vielen Jahren das gewünschte Baumaterial.



Die Produkte einer Schneidmühle: Bälken, Bohlen, Bretter, Latten, Leisten und noch mehr. So wie es gewünscht und gebraucht wird. Geschnitten mit dem 110 Jahre alten königlich-bayerischen Gatter. Aus dem Baumstamm wird Gebrauchs- oder Bauholz. Das Schnittgut wird gekonnt an der Rampe hinter dem Sägeschuppen gestapelt und später abtransportiert. Im Frankenwald sagt man bei den Mühlen schneiden statt sägen. Kommen Sie zu uns, um mehr über das Mühlenwesen zu erfahren. Schauen Sie den Schneidmüller bei der Arbeit zu. Betrachten Sie sich in aller Ruhe die urige Schneidmüllerswohnung oder das tosende Wasser beim Wehr und dem Mühlrad. Die Teichmühle Steinwiesen hat keine Konkurrenz; sie ist einzig.







LogoLogo unserer Teichmühle bei Steinwiesen, Landkreis Kronach, Oberfranken

Ein Bild spricht mehr als 1000 Worte. Wir haben jetzt über 150 Bilder, Skizzen und Karten auf unseren Seiten. Je nach Internetzugang können sich deshalb die Ladezeiten verlängern. Bleiben Sie hier, es lohnt sich!

Unser          Feedback-Formular   

finden Sie auf der 3. Seite  "Verein" .

Für den Fortbestand der Teichmühle brauchen wir jeden Euro. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass wir aus Kostengründen unseren Internetauftritt auf fünf Seiten beschränken. Danke!





BAB A 9: Rechts im Bild zieht sich von Norden nach Süden die Autobahn A9 von Berlin nach München. Verlassen Sie diese an der Ausfahrt NAILA-KRONACH. STEINWIESEN erreicht man über die Bundesstraße B 173 KRONACH - HOF.  Bei ERLABRÜCK zweigt die Staatsstraße nach STEINWIESEN, NORDHALBEN und BAD STEBEN ab. Fahren Sie nun durch Steinwiesen. Wenige Meter nach dem Ortsende sehen Sie bereits links nach einem  Bahnübergang die Teichmühle direkt an der Straße. Biegen Sie die nächste Straße Richtung NURN bzw. HUBERTUSHÖHE nach links ab. Direkt neben dem Gebäude der Teichmühle gibt es genügend Parkraum für Pkw und selbst für Omnibusse.


BAB A 73 Erfurt - Nürnberg

Von Norden kommend: Ausfahrt Grub am Forst, dann weiter über die B 303 über Kronach und B 173 Richtung Hof bis Erlabrück, Rest siehe oben rechts.

Von Süden kommend: Ausfahrt Lichtenfels, dann weiter über die B 173 über Kronach Richtung Hof bis Erlabrück, Rest wie oben rechts.

Bahn/Bus: Bahnhof Kronach - Buslinie Kronach Nordhalben - Haltestelle Teichmühle. - Sonntags im Sommer mit dem Radlerbus von Kronach Richtung Bad Steben oder umgekehrt.


Der NahbereichDie letzten Meter zur Teichmühle.





Vom 1. Mai bis Ende Oktober ist an den Sonntagen von 14 - 17 Uhr die Teichmühle für Besichtigungen geöffnet. Sachkundige Führer des Mühlenvereines begleiten Sie durch die Teichmühle, der Schneidmüllerswohnung und die Außenanlagen. So, wie Sie es wünschen.

Eintrittspreise: Erwachsene 1 €, Kinder 50 Cents. Damit sich's jeder leisten kann.

Kurzinformation: 0,50 € Schutzgebühr

Ganzjährig sind für Gruppen ab 5 Erwachsene auch werktags Besichtigungen möglich. Hierzu bitten wir um frühzeitige Voranmeldung.

Ansprechpartner für die Besichtigungen ist Herr Bernhardt Lang im Rathaus Steinwiesen (Erreichbarkeit siehe unten und auf der Seite "Mühlenverein").




Für Besichtigungen außerhalb der Öffnungszeiten (sonntags von 14 - 17 Uhr) bitten wir um Voranmeldung:

Telefon 09262 9915-12, Telefax 09262 9915-25, oder



Postanschrift:

Mühlenverein Rodachtal, Postfach 30, D - 96347 Steinwiesen


oder Feedback-Formular unter Verein (Seite 3). Bitte nicht für kurzfristige Anmeldunge verwenden!






für die AnsichtskarteDie Frontaufnahme der Teichmühle war schon auf vielen Kalendern zu sehen. Im Vordergrund das Mühlholz, dass noch zu schneiden ist. Dieses Bild ist auch unser Logo.


ohne Nägel und SchraubenDas Nadelwehr der Teichmühle staut das Wasser der Rodach und leitet es in den Mühlgraben. Dieser führt zum Mühlrad und von dort aus in die Rodach zurück. Auf unserem Bild ist das Wehr nicht mal zur Hälfte angestaut und wurde inzwischen saniert. Hier ist das alte Wehr zu sehen, dass bis 2002 Bestand hatte. Heute ist das Nadelwehr erneuert (Seite 3).



justiertEtwa einem Meter neben dem Wehr ist ein Schacht, der über ein Rohr mit dem Fluss verbunden ist. Unten im Schacht hat der Eichpfahl seinen Platz. Das Wasser in der Rodach durfte nur so hoch gestaut werden, bis der Bodenring nass wurde. Der Eichpfahl selbst musste immer aus dem Wasser schauen.- Ein wunderbares Beispiel dafür, wie früher ein Wasserentnahme aus einem Fluss geregelt wurde. Heute verwundert es sogar Juristen.  





Es klappert ...Das intakte Mühlrad der Teichmühle. Der mächtige Antrieb durch Wasserkraft, der Jahrhunderte überdauerte. Im Frankenwald überwiegend zum Sägen, aber auch zum Mahlen von Getreide und zur Zerkleinerung von Gesteinen zur Gewinnung von Erzen.


HingabeDer über 100 Jahre alte Sägegatter braucht mehr als eine sorgfältige Wartung und Pflege, um heute noch seine Dienste zu tun. Hier erwischte die Fotografin Bernhardt Lang beim Einölen der Laufschienen. Der hat sich ganz auf seine Arbeit konzentriert. Das ist es: Die fast liebevolle Zuwendung zum Alten.



VergangenheitDer Vorgänger des Vollätters war der Altdeutsche Gatter. In einem wuchtigen Holzrahmen waren zuerst eine, später höchstens drei Sägen eingespannt. Der Vorteil: Mit diesem Gatter konnten Stämme bis 1,30 m Durchmesser geschnitten werden. Der Nachteil: Es waren bis zu doppelt so viel Arbeitsgänge für einem Balken oder Brett nötig. Diese Modell eines Altdeutschen Gatters steht im Flößermuseum Marktrodach.



so hoch!Ein Ausschnitt von der rückwärtige Ansicht der Teichmühle. Im Keller des Wohnhauses war früher ein Stall und eine Vorratskammer für die Tiere. Heute ist dort ein WC eingebaut. Früher tat's das Plumpsklo.- Durch das Tor unten rechts kommt man zu den Sägespänen und dem Antriebsraum.


alte Technik erlebenDas "Herz" der Teichmühle. Mehr davon zeigen wir nicht. Wenn Sie diesem den Puls fühlen wolllen, unsere Türen stehen offen!  


gewaltigHolz vor der Hütte oder Holz hinter der Schneidmühle? Hier wurden in der über 500 Jahre alten Mühle Bretter geschnitten (nicht gesägt!).



FeinheitenDie Liebe geht bis ins Detail. Auch bei unserer Teichmühle.


Oberhalb von Steinwiesen sind an der Rodach die Mittlere Mühle, die Teichmühle, die Obere Mühle, die Schwarzmühle, die Klingersmühle, die Kochsmühle und die Löfflersmühle. Von den letzten drei genannten Mühlen erinnert wenig an deren Vergangenheit. Die Angermühle gleich am Ortsrand drohte einzustürzen und musste abgerissen werden. Mehr zu diesen Mühlen auf unserer 2. und letzten Seite.



Weiterführender Link zu Mühlen aller Art, Mühlenkunde, Mühlensuche:


http://www.deutsche-muehlen.de


01.02.2005Die Rodach, ein Gewässer II. Ordnung, hier zwischen dem Wehr und dem Holzlagerplatz, lieferte den Mühlen und den Flößern das nötige Wasser. Im Sommer betrug der Abfluss lediglich Abfluss um 0,25 m³/sec. Der mittlere Jahresabfluss liegt bei 1,52 m³/sec. Bei den letzten Hochwassern bewegte sich der Abfluss zwischen 24 und 41 m³/sec.  Das Mühlrad braucht zur vollen Leistung aber 1 m³/sec! Im Sommer konnte nur solange geschnitten werden, bis das im Mühlgraben angestaute Wasser verbraucht war. Eine mühselige und zeitaufwendige Arbeit. Und die Sägen durften sich wegen fehlenden Antrieb keinesfalls im Holz festfressen. Das bedeutete, rechtzeitig vor dem letzten m³ auf Leerlauf zu schalten. Irgendwie kompliziert? Nein, das klappte über Jahrhunderte!

Bei unterschlächtigen Mühlen konnten jährlich bis zu 240 Tage, an oberschlächtigen Mühlen bis 80 Tage geschnitten werden.


Mehr zum Gewässer:

http://www.hnd.bayern.de/

Link oberer Main auswählen oder den Fluss Rodach anklicken (nordöstlich von Kronach). Nähe Teichmühle: die Pegel Rieblich und Erlabrück. Einfach den Pegel anklicken und Sie sehen alle aktuellen und historischen Daten.         

Auch die Legende am linken Rand des geöffneten Fenster zeigt viel Interessantes zur Gewässerkunde.





Die Mühlen gehörten immer einem Mühlverband, einer sogenannten Interessentengemeinschaft und hatten früher viele Eigentümer. 30-40 Interessenten waren keine Ausnahme. Die Teichmühle Steinwiesen hat 12 Schneidtage (Anteile). Ein Schneidtag ist das Recht, 24 Stunden im Stück zu schneiden. Heute gehören  dem Landkreis Kronach 10 1/2 Schneidtage und dem Markt Steinwiesen 1 Schneidtag. 1/2 Schneidtag ist in Privatbesitz. Durch den Umstand, dass der Grossteil der Teichmühle in öffentlicher Hand ist, konnte die Mühle mehrmals vom Verfall gerettet werden. Mühlvogt ist der Kronacher Landrat Oswald Marr. Er wird von den Interessenten gewählt, stellt den Schneidmüller ein und legt die Reihenfolge des Schneidens fest. Möchten Sie nicht vor Ort von diesen komplizierten Verhältnissen näheres hören? Wie bekam man die beteilgten Waldbauern unter einen Hut? Wie erkannte der Schneidmüller, wem welches Holz gehörte? Was war ein Schneidtag wert? Warum gab es mehr Interessenten als Schneidtage? Neugierig geworden?





Vor Erfindung der Dampfmaschine und des Dieselmotors gab es im Frankenwald über 150 Schneidmühlen, ca. 30 Mahlmühlen und über 10 Hammermühlen zum Zerkleinernen des erzhaltigen Gesteines.

Wenn man 150 Schneidmühlen jeweils nur 10 Schneidtage zurechnet, so hatten mindestens 1500 Interessenten, die sich meist aus Waldbauern zusammensetzten, ihr Einkommen. Dazu kommen noch mehr als 150 angestellte Schneidmüller, die ihren Lebensunterhalt verdienten. Dies sind 1650 Personen. Rechnet man diesen nur eine fünfköpfige Familie zu - früher waren auch 8 - 12 Kinder keine Seltenheit -, so ergeben sich selbst bei geringem Ansatz über 10.000 Personen, die von den Schneidmühlen ernährt wurden. Das waren zweitweise ein Drittel der Landkreisbevölkerung.

Dieses Zahlbeispiel mag nur erahnen lassen, wie wichtig und bedeutend der Wirtschaftszweig Schneidmühlen jahrhundertelang für den Frankenwald war.





Im Frankenwald gibt es keine 10 Schneidmühlen mehr, die mit Wasserkraft arbeiten können. Nach der Erfindung von Antriebsmaschinen nahm die Zahl der Schneidmühlen rapide ab. Aus vielen sind Sägewerke geworden. Der Großteil aber war nicht mehr rentabel. Der Schneidebetrieb musste aufgegeben werden, die Schneidmühlen starben. Die wenigen verbliebene Mühlen liegen heute im Siechtum (Seite 2).

Auch die Teichmühle war bereits mehrmals stillgelegt worden. Als 1982 der Landkreis Kronach und die Marktgemeinde Steinwiesen die Teichmühle erwarben, retteten sie diese vor einer Zweckentfremdung.

Jahrelang war die Mühle an Schneidmüller verpachtet, die im Lohnschnitt tätig waren. Seit 2003 hat der Mühlenverein Rodachtal e.V. die Teichmühle gepachtet. Der Verein führt in geringem Umfang den Schneidebetrieb fort, macht kleinere Instandsetzungsarbeiten und vor allem durch eingewiesene Mühlenführer die Mühlenanlage für die Öffentlichkeit zugänglich.

   

gut so, Herr Mühlvogt!Der Mühlvogt Landrat Oswald Marr überzeugt sich von der Funktionsfähigkeit der Teichmühle. Ein Eichenstamm wird fürs Gatter zurechtgemacht. Ein Landrat in Arbeitskluft plagt sich einen Schneidtag lang ab? Ja, das gibt's bei uns noch, die Bilder sind nicht gestellt. Durch seinen persönlichen Einsatz zeigt der Mühlvogt, dass ihm das Erhalten funktionierender Schneidmühlen am Herzen liegt. Im Hintergrund der für die Teichmühle verantwortliche Schneidmüller Ing. Maurer-Mstr. Bernhard Schlee.





Idendität der HeimatEin unterschlächtiges Wasserrad braucht viel Wasser und eine hohe Fließgeschwindigkeit des Mühlbaches. Das Mühlrad der Teichmühle (links) hatte eine maximale Antriebskraft von 6 PS. Seit den 30er Jahren sind mit gekrümmten Schaufeln (Zuppingerrad) sogar 7 PS möglich. Lachhaft? Nein. Vor Erfindung der Dampfmaschine waren 6 PS jede  Menge Power. Die Kraft wird im "Herz der Mühle" über eine Hauptwelle mit einer Transmission (Was war denn das?) auf das Vollgatter, dem Kettenzug, der Kreissäge und der Schleifscheibe übertragen. In wasserarmer Zeit kann heute ein Elektromotor aus dem VEB Wernigerode zugeschaltet werden. - Deutlich ist im Gegenlicht die Wolke aus Wassernebel zu erkennen, die sich bei den schnellen Umdrehungen bildet, die zum Sägen notwendig sind. Möchten Sie auch nicht einmal vor diesem sich drehenden Mühlrad stehen? In den Wassernebel eintauchen oder ein paar Tropfen abbekommen? Haben Sie je das "Klappern der Mühle" live aus allernächster Nähe erlebt? Hier ist es. Nicht nur zu sehen und zu hören, sondern auch fühlbar und damit zeitlebens unvergesslich.



Weiterführender Link zu Wasserrädern:


http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserrad





Haben Sie je schon einen  Gatter beim Sägen gesehen oder gehört? Kennen Sie den Geruch frisch geschnittenen Holzes? Was geschieht heute mit den Sägespänen? Wie unterscheiden sich  "altdeutscher Gatter" und Vollgatter? Wieviel Leute werden eigentlich zum Schneiden benötigt?


kein FederlesenDer Stamm wird vor dem Gatter ausgerichtet, damit er nicht schräg geschnitten wird und dadurch zu viel  Abfallholz (Keile) produziert wird. Hier wird der Mühlvogt LR Oswald Marr von Werner Badum unterstützt. Ein scharfes Augenmaß ist notwendig. Und natürlich Körperkraft wie auch Fingerspitzen-gefühl. Beides unter einem Hut? Klar!


glatter SchnittSo kommt dann das gesägte Holz aus dem Gatter. Hier sind es dicke Eichenbohlen und -bretter. Wieso können beide gleichzeitig und in verschiedenen Stärken geschnitten werden?


Fertiges EichenbrettSchließlich wird das Brett mit einer Kreissäge gesäumt bzw. auf seine vorgesehene Breite gebracht. Auch die Kreissäge kann wie die übrigen Antriebsmaschinen mit Wasserkraft angetrieben werden. Wie erreichte man die hohe Umdrehungszahl des Sägeblattes? Konnte gleichzeitig andere Maschinen laufen?





Die Interessenten erhalten jährlich eine bestimmte Menge Rundholz vom Staat, das sogenannte Mühl- oder Konzessionsholz. Die Forstämter liefern das Mühlholz an den Mühlvogt zum jeweiligen Taxpreis, d.h. zum durchschnittlichen Versteigerungspreis des jeweils letzten Jahres. Dadurch soll auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten der Schneidbetrieb aufrecht erhalten und der Unterhalt des Stauwehres, das zur Mühle gehört, sichergestellt werden. Mengenmäßig erfolgte die Holzzuweisung an die Mühlen je nach Anzahl der Schneidtage. Voraussetzung ist ein intaktes Wasserrad. Auch darf die Schneidmühle nicht über eine längere Zeit ruhen oder stillgelegt sein. Ferner müssen mindestens zwei Anteilseigner an einer Mühle beteiligt sein. - Rechte aus dem Mittelalter, die sich bis heute bewährt und deshalb Bestand haben. Wie lange hält heute ein Gesetz bis zu seiner ersten Änderung?

 




Die Wohnverhältnisse des Schneidmüllers waren, wie die Teichmühle zeigt, sehr bescheiden. Eine Küche, die gleichzeitig als Stube diente, ist der größte und einzig beheizbare Raum. Dahinter liegt eine kleine Schlafkammer für die Eltern und das Kleinkind. Von hier aus geht es über eine "Hühnerleiter" auf den Dachboden, dessen zwei winzige Kammern durch Holzverschläge vom Vorraum getrennt sind. In jedem Bett schliefen zwei oder drei Kinder. Mancherorts lagen die Kinder (früher waren es ja acht und mehr) sogar auf einem Strohsack auf dem Boden direkt unter den nicht verschalten Ziegeln, und es geschah nicht selten, dass im Winter am Morgen Schnee auf der Bettdecke lag. Das Wohnhaus war bis 1964 an eine Familie vermietet.

Von der Schlafkammer der Eltern gelangte man in den Keller, der auch von außen zugänglich ist. Hier ist heute ein WC untergebracht. Früher ging man  ins Freie oder ins "Plumsklo". Eine Wasserleitung oder gar ein Badezimmer gab es nicht. Hinter dem Vorraum im Keller liegt der ehemalige Stall, in dem Hühner und eine Ziege oder ein Schwein gehalten wurden. In kalten Wintertagen sollen die Hühner auf dem Trockengestell in der Küche Platz gehabt haben. Im Raum neben dem Stall lagerten die Kartoffeln, die die Frau als Lohn für lange Taglöhnerarbeit bei Bauern mit nach Hause brachte, da die Mühle nicht über eigene Äcker und Wiesen verfügte.

Ein Leben nahe der Armutsgrenze. Aber die Schneidmüllerfamilien kamen bestens damit zurecht und waren zufriedene Zeitgenossen. Heute unvollstellbar. Schlichthin ein Musterbeispiel dafür, das Geld allein nicht glücklich macht.





mächtige ZeitzeugenAus einer von ehemals vielen Schneidmühlen an Rodach, Kronach und Haßlach und deren Nebenflüsse vor dem Ruin gerettet und heute auf dem Gelände der Teichmühle: ein Wellenbaum aus Eiche mit Kammrad und ein Kammrad aus Tanne, also aus heimischen Holz, dem ursprünglichen Baumaterial. Natur pur. Ein Werk geschickter Hände. Selbst die Zähne in den Räderrahmen sind aus Hartholz geschnitzt und stets auswechselbar. Heute noch. Ein Kunstwerk der Vergangenheit. Wuchtig und filigran zugleich. Anfassen erlaubt!


aufwendig konstruiertVon nahe gesehen kann man nur erahnen, wieviel Arbeit und Mühe es früher gekostet haben muss, solche Antriebsräder herzustellen, die dann zentimetergenau ineinander greifen. Viele ältere Besucher sind nachdenklich vor diesen  Rädern stehen geblieben und haben das Rad der Zeit zurückgedreht. Ja, auch wir stolz auf unserer Vorfahren.





PiepmätzeTrotz technischer Neuerungen scheint in der Teichmühle die Zeit stehen geblieben zu sein. So baut jedes Jahr neben den Blumenkästen auf den Fenstern ein Pärchen Gebirgsstelzen unbeeindruckt vom Schneidebetrieb und den vielen Besuchern seine Eier aus. Im Jahr 2010 blickten gleich fünf junge Gebirgsstelzen aus dem Nest neugierig in die Kamera. Natur pur aus nächster Nähe. Zeit zum Innehalten. Nicht bei der Brut, sondern in der wunderbaren Natur rund um der alten Teichmühle.






Frankenwald im MaiUnberührte Natur und ein angenehmes Reizklima: der Frankenwald, hier oberhalb des Leitschtales.





Der staatlich anerkannten Fremdenverkehrsort Steinwiesen (350-620 m NN) bietet noch das Heimatmuseum und das Informationszentrum über die Fauna und Flora im Naturpark Frankenwald.  250 km markierte Wanderwege, Frei- und Erlebnisbad mit Sauna, Waldlehr- u. Waldkinderspielplatz, Trimm-Dich- und Erlebnis-Pfad Wald-Wasser-Mühlen, Radwegenetz, Waldgrillplatz, Mountainbiking, DSV Nordic-Walking-Center, Jugendzeltplätze, Kutschfahrten u.v.m. hat dieser Fremdenverkehrsort ( www.steinwiesen.de ) mit ca. 70.000 Übernachtungen, den meisten im Frankenwald, zu bieten. Garanten dafür sind das Aparthotel Frankenwald, die Gasthöfe, Pensionen, Ferienwohnungen und Bauernhöfe.

Nur 5 km entfernt ist die Ködeltalsperre mit einem 10,8 km langem herrlichen ebenen Rundwanderweg, ideal auch für Inline-Skater und Radfahrer. Dann ist noch nur 8 km nah der 33 m hohe Aussichtssturm bei Birnbaum, der einen herrlichen Rundblick vom Fichtelgebirge zum Obermain, dem oberen Frankenwald bis weit in den Thüringer Wald bietet. Eben Natur pur.

In Steinwiesen werden Frankenwaldrundfahrten und Ausflüge zu den Nahzielen angeboten: Dies sind z.B. die Kreisstadt Kronach mit ihren mittelalterlichen Bausubstanz und der unbezwungenen Festung Rosenberg, der bekannteste fränkische Wallfahrtsort Vierzehnheiligen, die Wagnerstadt Bayreuth, die Fränkische Schweiz, die Residenzstadt und Veste Coburg, Deutsch-Deutsches Museum in Mödlareuth, Karlsbad mit Marienbad und Eger (Cheb) in Tschechien und andere mehr.

Übrigens: In einer am 07.09.2009 veröffentlichen Studie des ADAC war Steinwiesen bundesweit unter 36 Urlaubsregionen, die sich besonders für den Wander- oder Herbsturlaub eignen, der Ort mit den niedrigsten Urlaubsnebenkosten.


Auskunft:

Tourismusverband Oberes Rodachtal, Tourismushaus, Kronacher Str. 75, 96349 Steinwiesen,

Tel/Fax 09262 1538, E-Mail: info@oberes-rodachtal.de

www.oberes-rodachtal.de





Immer mehr Besucher besichtigen vormittags die Teichmühle, drehen vor- oder hinterher eine Runde um die Ködeltalsperre und unternehmen nachmittgas eine Floßfahrt in Wallenfels.

Im engen Zusammenhang mit der Teichmühle steht das Flößermuseum in Marktrodach.

In Wallenfels werden im Sommerhalbjahr spritzige Floßfahrten angeboten.

In Nordhalben hat ein internationales Klöppelmuseum seine Türen offen.

So haben auch unsere Nachbarorte (www.rodachtal-frankenwald.de ) ihre Anziehungspunkte.  Das einzige Besucherbergwerk im Naturpark Frankenwald ist in Lichtenberg und nur 25 km entfernt (www.friedrich-wilhelm-stollen.de).  Oder lassen Sie sich entlang einem Teilstück der Zonengrenze, dem jetzigen "Grünen Band Deutschlands" mit dem Unimog fahren ( www.grenzfahrten.de ). Attraktionen, die so selten sind wie die Teichmühle. Ein Besuch bei uns bleibt unvergesslich. Versprochen.



© Mühlenverein Rodachtal e.V.


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